KARL FRIEDRICH SCHOBINGER (Luzern 1879–1951 Luzern)

Maler und Zeichner, Schüler Ferdinand Hodlers in Genf. Anekdotenerzähler und Jäger. (www.sikart.ch)

Karl Friedrich Schobinger war ein vielseitiger Künstler. Die Spannweite seines Schaffens reicht von Historienbildern, Allegorien, Genreszenen und Porträts über Tier- und Landschaftsdarstellungen bis zu kleinformatigen Blättern, in denen er als hervorragender Zeichner Sagen und Zeugnisse aus der Welt der Vorgeschichte und der Apokalypse, des Magischen und des Spuks wiedergibt. Er wählte für seine Bilder ganz verschiedene Formate, darunter auch grosse vielfigurige Kompositionen.
1907 wirkte Schobinger als Professor an der Accademia di Belle Arte in Florenz, von 1910 bis 1914 an der Kunstakademie in Breslau. Seit 1914 lebte er als freischaffender Künstler in Luzern.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Schobingers Typen aus dem Volk, die sich auf dem Feld oder in einem Innenraum aufhalten; gerne porträtierte er im Atelier auch Luzerner Originale. Schobingers Landschaften entstanden häufig in der Umgebung seines Wohnsitzes im damals ländlichen Matthof-Quartier. Er malte zu jeder Jahreszeit: bei sonnigem Wetter und unter bewölktem, grauem Himmel. Er schuf stimmungsvolle Winterbilder, die in ihrer kühlen Farbgebung Kälte, Stille und Bewegungslosigkeit suggerieren, sowie tief verschneite Waldlichtungen, jugendstilhaft flächige Naturszenerien mit Hügeln und Bächen, weiträumige Panoramen mit Blick auf die Gebirgswelt, ebenso Berggipfel als Sinnbilder von Einsamkeit. Entscheidend für den Künstler war seine Begegnung mit Hodler, in dessen Atelier er 1905/06 arbeitete und mit dem er fortan befreundet war. Linearität, Strenge der Formgebung, Vereinfachung des Kolorits, Rhythmik und monumentaler Bildaufbau erinnern immer wieder an das grosse Vorbild, ohne dass der Luzerner zum blossen Epigonen Hodlers geworden wäre. Vielmehr ermöglichte ihm dieser, sich auf seine eigene Art zu entwickeln.

Literatur: Peter Halter, K. F. Schobinger, Luzern 1976.

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